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Malteser Kevelaer

Erste Hilfe für Kinder: So geht‘s

Wo Erwachsene Gefahren sehen, erkennen Kinder die nächste Herausforderung. Von Neugier gepackt, überschätzen sie nicht selten ihre Fähigkeiten und unterschätzen gleichzeitig mögliche Risiken. Meistens ist es halb so wild – wenn Eltern Ruhe bewahren und Erste Hilfe für Kinder leisten. Worauf es dabei ankommt und welche speziellen Maßnahmen du unbedingt kennen solltest, liest du hier.

03.06.2019
Steckdosen scheinen eine magische Anziehungskraft auf die kleinen Finger zu haben.

Erste Hilfe bei Stürzen

Sobald Kinder mobil werden, ist Vorsicht angesagt: Sie können von der Wickelkommode, vom Stuhl und später vom Fahrrad fallen. Vor allem, wenn sie auf den Kopf stürzen, sollten Eltern und Angehörige aufmerksam bleiben.

Die Auswirkungen eines Sturzes können sich auch erst einen Tag später zeigen. Bei Alarmzeichen wie Erbrechen, plötzlicher Müdigkeit, Kopfschmerzen und pausenlosem Schreien unbedingt einen Arzt rufen.

Beulen lassen sich durch Kühlen lindern. Ein Knochenbruch geht mit starken Schmerzen und Fehlhaltungen einher – sofort den Notarzt rufen oder ins Krankenhaus fahren.

Größere Hautverletzungen versorgt ebenfalls ein Arzt. Erste Hilfe für Kinder leistest du zuvor mit einem Verbandskasten:

  • Schürfwunden zunächst säubern, Schmutzpartikel oder Steinchen vorsichtig entfernen, die Blutung mit einer sauberen Kompresse stoppen und anschließend ein Pflaster aufkleben.
  • Platzwunden sehen wegen der großen Menge Blut häufig gefährlicher aus, als sie sind. Die Blutung mit einer Kompresse stillen und zur Behandlung in die Notfallambulanz. Verliert das Kind große Mengen Blut, sofort den Notarzt rufen.

Kühlen als Erste Hilfe bei Verbrühungen und Verbrennungen

Der unbeaufsichtigte Grill, eine frisch gebrühte Tasse Tee, das Mittagessen auf dem Herd – ganz leicht können sich Babys und Kleinkinder verbrühen oder verbrennen. Als Erste Hilfe kühlst du die betroffenen Hautpartien maximal zehn Minuten lang unter laufendem Wasser.Kleine oberflächliche Verbrühungen versorgt der Kinderarzt, bei größeren Verbrennungen bringst du das Kind unverzüglich in eine Klinik. Wichtig ist aber, dass bei Verbrennungen immer ein Arzt aufgesucht werden muss, erst recht wenn Hände, Gesicht oder Genitalien betroffen sind.

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Insektenstiche sind fies: Sie jucken, brennen oder schmerzen. Sofern keine Allergie besteht, sind sie jedoch harmlos und lassen sich durch kühlende Gels oder Zwiebelsaft selbst behandeln. Kommt es allerdings zu Atemnot, Quaddeln auf der Haut, einem erhöhten Puls, Fieber, Übelkeit oder Schüttelfrost, rufst du unverzüglich den Notarzt. Die Symptome deuten auf einen allergischen Schock hin.

Ein Zeckenbiss kann ungefährlich sein, wenn das Tier innerhalb kurzer Zeit mit einer speziellen Zange oder Karte aus der Einstichstelle gedreht wird. Bildet sich eine kreisrunde Rötung um den Biss, sollte ein Arzt konsultiert werden – eventuell hat die Zecke Borreliose übertragen. Kleinkinder können ab einem Jahr mit der sogenannten FSME-Impfung geschützt werden.

Bei Vergiftungen rettet Erste Hilfe Kindern das Leben

Das farbige Putzmittel sieht aus wie Zuckersirup, die Tabletten wie leckere Schokolinsen, die giftigen Beeren wie Kirschen. Wenn Putzmittel und Medikamente nicht kindersicher aufbewahrt werden oder Eltern beim Waldspaziergang nicht aufpassen, landen gefährliche Substanzen schnell in Mündern und Mägen von Kindern. Manchmal zeigen sich die Vergiftungen erst Stunden später. Typische Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Müdigkeit und Unwohlsein. In schlimmen Fällen kommt es zu Bewusstlosigkeit und Herz-Kreislauf-Stillstand.

Wenn du vermutest, dass das Kind etwas Giftiges geschluckt hat, rufst du den Arzt oder eine Giftnotrufzentrale (siehe unten) an. Wenn das Kind Chemikalien geschluckt hat, können die Lippen brennen oder bleich sein, gib ihm dann zum Kühlen mit kleinen Schlückchen kaltes Wasser zu trinken. Wenn das Kind giftige Pflanzen gegessen hat, kontrollierst du den Mundraum und entfernst eventuelle Pflanzenreste. Behalte gegebenenfalls etwas von der giftigen Substanz oder dem eventuell Erbrochenen für den Notarzt auf.

Die Mitarbeiter der Giftnotrufzentrale oder der Arzt geben dir Anweisungen, wie du das Kind am besten versorgst und verständigen auch den Rettungsdienst, falls nötig.

In Deutschland nehmen verschiedene Giftinformationszentren deinen Notruf an:

  • Berlin: 030 19240
  • Bonn: 0228 19240
  • Erfurt: 0361 730730
  • Freiburg: 0761 19240
  • Göttingen: 0551 19240
  • Homburg: 06841 19240
  • Mainz: 06131 19240
  • München: 089 19240

Sicher handeln bei Stromunfällen

Steckdosen scheinen eine magische Anziehungskraft auf die kleinen Finger zu haben. Defekte Elektrogeräte und Kabel können ebenfalls zu gefährlichen Stromunfällen führen. Je länger und intensiver der Strom durch den Körper fließt, desto schwerwiegender sind die Folgen.

Bringe dich bei der Ersten Hilfe für Kinder nicht selbst in Gefahr und vermeide Kontakt mit Strom. Ziehe sofort den Stecker oder schalte die Sicherung ab. Ist das nicht möglich, versuche das Kind mit einem isolierenden (nicht leitenden) Gegenstand von der Stromquelle wegzuziehen oder beiseite zu stoßen. Ist das Kind bewusstlos, ergreifst du lebensrettende Sofortmaßnahmen. Eine Brandwunde mit einem sterilen Verband aus dem Erste-Hilfe-Koffer abdecken. Selbst wenn das Kind unversehrt scheint, sollte es nach einem Stromschlag immer zur Untersuchung ins Krankenhaus.

Überblick: Erste Hilfe für Kinder in der Checkliste

  • Handelt es sich um eine lebensbedrohliche Situation? Rufe den Rettungsdienst unter 112.
  • Ist das Kind bewusstlos, atmet aber? Lege es in die stabile Seitenlage.
  • Atmet das Kind nicht mehr? Führe zwei Beatmungen und 30 Herzdruckmassagen im Wechsel durch, bis es wieder atmet oder der Notarzt eintrifft.
  • Ist das Kind verletzt? Versorge die Wunde und lasse sie gegebenenfalls von einem Arzt untersuchen.
  • Zeigt das Kind verzögert auffällige Symptome? Unbedingt einen Arzt anrufen.

Buche einen Kurs in Erster Hilfe für Kinder

Nicht nur Eltern sollten wissen, wie Erste Hilfe für Kinder funktioniert – sondern jeder, der regelmäßig mit Kindern zu tun hat wie Erzieher, Lehrer, Onkel und Tanten. Bundesweit werden regelmäßig Kurse angeboten, auch von uns Maltesern. Finde hier einen Erste-Hilfe-Kurs für Kindernotfälle in deiner Nähe.

Weitere Informationen

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